Dienstag, 20. Oktober 2009

Welcome home und - hoffentlich - gute Reise!

Die schönste Nachricht des heutigen Tages kam aus Rom: Die Kirche wird unter ihrem Dach Strukturen schaffen, die es vielen konservativen Anglikanern ermöglichen wird, in die volle und sichtbare Einheit mit Rom zurückzukehren. Ich hoffe, daß viele hunderte und tausende von diesem Angebot Gebrauch machen werden. Gott sei Dank für diesen Schritt! Welcome home!

Ab morgen werde ich für einige Wochen in Amerika sein. Ich freue mich sehr darauf. Hoffentlich habe ich nicht zuviel im Koffer und der amerikanische Zoll läßt mich mit einem Berg von Mitbringseln passieren. Die Kamera, die ich für diese Reise bestellt hatte, wurde leider nicht geliefert. Zum Glück habe ich einen guten Ersatz gefunden. Ich melde mich sobald ich kann.

Sonntag, 18. Oktober 2009

Interview der Mainpost mit Michael Sell

Aus einem Inter­view der Main­post mit Michael Sell, dem ehe­ma­li­gen Stadt­pfarrer von Hammel­burg, und mit Alfred Ruppert, einem ehema­li­gen Pfarr­ge­mein­de­mit­glied:

Mainpost: "Herr Sell, wie fühlt sich ein Pfarrer am Tag nach seiner Suspendierung."
Michael Sell: "Es ist sehr emotional. Es ist auch hier eine Ach­ter­bahn­fahrt, weil na­tür­lich gestern hier ein toller Gottes­dienst, der nicht Gottes­dienst war, eine So­li­da­ri­täts­be­kun­dung der Ge­mein­de, die ein­fach gesagt haben, ja wir ver­stehen das, was du machst, wir ver­stehen deinen Schritt, und heute na­tür­lich alles, was auf einen Ein­prasselt, viele Inter­views, viel Inter­esse, auch viel Medien­inter­esse, aber auch ganz viele An­rufe, die zu einem stehen. Es ist ein­fach sehr emo­tional, aber auch ein sehr schö­ner Tag."

Mainpost: "Wie verlief gestern das Gespräch mit Bischof Friedhelm in Würzburg."
Michael Sell: Sehr fair und es war ein sehr gutes Ge­spräch. Er war wirklich sehr auf­ge­schlossen. Er war na­tür­lich per­sönlich be­troffen. Das ist klar. Aber er war jetzt in kein­ster Weise böse, oder daß er mir Vor­würfe ge­macht hat, sondern er hat Ver­ständ­nis sig­na­li­siert. Er konnte natür­lich nicht anders als mich zu sus­pen­die­ren, aber es war ein Gespräch in einer sehr guten Atmo­sphere.

Mainpost: "Wie geht es ihnen jetzt nach neun Monaten, daß sie jetzt offiziell zu Frau und Kind stehen zu können."
Michael Sell: Das ist sehr schön, das befreit, es ist wunderbar jetzt offiziell zur Liebe und zum Leben stehen zu können.

Mainpost: "Herr Ruppert, welche Konsequenz ziehen sie aus der Suspendierung des Hammelburger Stadtpfarrers Michael Sell."
Alfred Ruppert: "Ja, ich bin heute aus der Kirche ausgetreten und bin auch nicht mehr Mitglied des Pfarrgemeinderates auch meine Tätigkeit als Mitglied eines Ausschusses im Diözesanrat Würzburg habe ich aufgekündigt. Es reicht mir einfach. Ich hab die Schnauze voll. Ich habe jetzt seit dreissig, vierzig Jahren, erlebe ich immer wieder wie unsere Mutter Kirche, die sich aber nicht wie eine Mutter benimmt, wie sie einfach über Schicksale hinweggeht, wie sie Leid erzeugt, das man durchaus vermeiden könnte, wenn man ein bißchen mehr die Botschaft Jesu Christi ernst nehmen würde, denn die ist Liebe und nicht irgendwelche Kirchengesetze, die - die heutzutage nicht mehr in die Landschaft passen."

Mittwoch, 14. Oktober 2009

Tag der offenen Gebetshäuser in Berlin Kreuzberg

Unter dem Motto "Mehr als nur Steine" öffnen in Berlin Kreuzberg am 18. Oktober 2009 sechs unter­schied­liche "Glau­bens­ge­mein­schaf­ten" ihre Häuser für einen in­ter­re­li­giö­sen Dia­log.

Eröffnet wird der "Tag der offenen Ge­bets­häu­ser" um 13.00 Uhr im Kul­tur­zen­trum Ana­to­lisch­er Ale­vi­ten in der Wal­de­mar­str. 20, in Ber­lin-Kreuz­berg. Auf einem ge­mein­sa­men Weg werden die ver­schie­de­nen Gottes­häu­ser be­sucht und durch die je­wei­li­gen Glau­bens­ge­mein­schaf­ten vor­ge­stellt. Weitere Sta­ti­on­en sind die Sy­na­go­ge Fraenkel­ufer, die Moschee der Türkisch-Islamischen Union (DITIB), die Emmaus-Kirche, der "Isla­mische Ver­band Wohl­tä­ti­ger Projekte" mit der neuen Moschee am Gör­litz­er Bahn­hof.

Den Abschluss bildet um 19.00 Uhr die Kirche St. Marien-Liebfrauen in der Wrangelstr. 50, in Berlin-Kreuzberg. Dort ist in einem Konzert der Gruppe "Mu­si­ka­lisch­er Re­li­gions­dia­log" bei freiem Eintritt Musik aus den ver­schie­de­nen re­li­giö­sen Tra­di­tio­nen zu hören. Zur Ver­an­stal­tung hat Bun­des­tags­vize­prä­si­dent Wolf­gang Thierse zugesagt.

Sonntag, 11. Oktober 2009

Ein paar vergnügliche Tage im Piemont

Wieder zurück aus Italien. Ein paar schöne Tage in Stresa am Lago Maggiore und bei Fiat zwischen Mailand und Turin. Das Wetter war nicht ganz so berauschend wie im letzten Jahr, die Fahrt von Berlin nach Stresa ein Plädoyer gegen den Individualverkehr. Die Tage auf der Teststrecke verliefen ruhig. Am Montag Redakteure, am Dienstag Prominente: Der Erfinder von "Wetten daß...", der neue Trainer der Blauen, eine königliche Hoheit von Bayern, der Fernsehmoderator von "Laß uns tanzen", der Bruder des ehemaligen Formel-1-Weltmeisters nebst Gattin und andere mehr. Zeit genug, um ein paar Runden mit einem der neuen Zuffenhausener zu drehen. Aber keine Gelegenheit eine Kirche aufzusuchen. Auf dem Rückweg Halt in Attl und Altötting. In der Stiftskapelle unfreiwillig an einer Schülerführung teilgenommen und geflohen. Dann noch schnell der Muttergottes ein wichtiges Anliegen vorgetragen und weiter nach Berlin.

Mittwoch, 30. September 2009

Neu in der Blogozese - Schutzpatronin Caecilia

Bevor ich mich für zehn Tage nach Italien ab­setze, um dort auf der Alfa Romeo Test­strecke ein paar Runden zu drehen, möchte ich "Caecilia - Notizen zur kath­olischen Kirchenmusik" vorstellen. Caecilia wird als die Patronin der Kirchen­musik verehrt. Das Blog wird von einem Kirchenmusiker geführt. Neben Vox Coelestis ist das dann der zweite in der Blogozese.

Montag, 28. September 2009

Elsa schreibt an die Amadeu Antonio Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung hat den Aufruf zur Demonstration gegen den Berliner Schweigemarsch "1000 Kreuze für das Leben" unterstützt. Der Schweigmarsch hat auf die täglich hundertfache Tötung von ungeborenen Kindern aufmerksam gemacht. Die Gegendemonstration hatte es sich zum Ziel gesetzt, möglichst viele der mitgeführten Kreuze zu entwenden und in die Spree zu werfen. Dabei wurden die Schweigenden und Betenden beschimpft und beleidigt (siehe auch die vorangegangenen Beiträge: hier und hier).

Elsa hat an die Stiftung einen Brief geschrieben, den sie auch auf ihrem Nacht(b)revier veröffentlicht. Im folgenden gebe ich dessen Wortlaut wieder Ich unterstützte diesen Brief und hoffe, daß sich viele anschließen. Die 55 Cent sind gut investiert:


An die
Amadeu Antonio Stiftung
Linienstraße 139
10115 Berlin
info@amadeu-antonio-stiftung.de


Sehr geehrte Damen und Herren,

auf Ihrer stiftungseigenen Internetseite "Mut gegen rechte Gewalt" werden regelmäßig Initiativen und Projekte vorgestellt, um die "langfristige Stärkung einer demokratischen Kultur" zu unterstützen.
Anlässlich der Kundgebung christlicher Lebensschützer, dem Schweigemarsch "1000 Kreuze für das Leben", fand sich auf der Seite Mut gegen rechte Gewalt die Ankündigung zu einer Gegenaktion mit dem Titel "1000 Kreuze in die Spree" verschiedener Aktions-Bündnisse. Als Rechtfertigung für den Aufruf, eine friedliche Kundgebung von betenden Christen massiv zu stören, wurde angegeben, die Teilnehmer des Trauermarsches seien "antifeministisch" und hätten als "fundamentale Christen" ein "völkisches Familienverständnis".

Während des Schweigemarsches, zu dem verschiedene namhafte Politiker sowie die Vertreter der beiden großen Kirchen Grußworte ausrichten ließen, wurden Demonstranten angepöbelt, beschimpft, bespuckt, eine behinderte Sportlerin - die Paralympics-Siegerin Michaela Fuchs - beleidigt und eine Frau verhöhnt und niedergebrüllt, die über ihr Post-Abortion-Trauma sprach. Außerdem wurden Kreuze entwendet und entsprechend dem Motto der Gegendemonstration in die Spree geworfen.
Die Amadeu-Antonio-Stiftung bekennt sich zu ihrem Ziel, eine zivile Gesellschaft zu fördern, die anti-demokratischen Tendenzen entschieden entgegentritt. Dieses Ziel ist uneingeschränkt zu bejahen.

Darum hätten wir auch gerne gewusst
a) wie der Aufruf zur Gewalt gegen einen Schweigemarsch friedlicher, betender Christen mit dem Ziel der Stiftung, der Stärkung einer demokratischen Kultur, vereinbar ist?
b) Bedeutet Mut gegen rechte Gewalt für die gemeinnützige Amadeu-Antonio-Stiftung Mut zu linker Gewalt?
c) Wie kommt die Stiftung dazu, einen gewaltfreien Schweigemarsch betender Christen unter "rechte Gewalt" einzuordnen - rechte Gewalt, wie sie zu dem Mord an Amadeu Antonio führte?
d) Wie steht eine gemeinnützige Stiftung zu der Tatsache, dass unter ihrem Namen ein Aufruf zur Schändung des zentralen Symbols einer religiösen Gemeinschaft erfolgen darf?

Über eine Antwort würden wir uns freuen, behalten uns jedoch vor, sie zu veröffentlichen. Diese Anfrage geht auch an Freunde und Förderer der Stiftung, wie etwa Wolfgang Thierse.

Mit freundlichen Grüßen nach Berlin

Sonntag, 27. September 2009

Videobilder vom Schweigemarsch für das Leben

Samstag, 26. September 2009

1000 Kreuze für das Leben - oder in die Spree

Eben komme ich vom Schweigemarsch zurück. Die Kundgebung zu Beginn war sehr bewegend. Eine junge Frau erzählte wie sie ihr Kind in der elften Woche abgetrieben hat. Wie man sie zu dieser Entscheidung gedrängt und wie man sie alleingelassen hat und wie schwer es für sie ist, mit dieser Entscheidung zu leben.

Die Gegendemonstranten standen mit im Publikum und skandierten "Heul doch", "Stell dich nicht so an" oder auch die mittlerweile gängigen Phrasen "Hätt´ Maria abgetrieben, wärd ihr uns erspart geblieben", "Religion ist heilbar" usw. Ich werde noch ein Video Online stellen.

Wieder zuhause, klingt das Erlebte in mir nach: Die Trauer um den Verlust ungeborenen Lebens auf der einen und die Verhöhnung der Trauernden, die Lust an der Provokation auf der anderen Seite. Es ist bedrückend, zu sehen, wie unmenschlich Menschen im Namen der Menschlichkeit auftreten können.

Mich macht das traurig.

Donnerstag, 24. September 2009

Bilder von der Konzertreise auf den Hülfensberg

Mittwoch, 23. September 2009

Meldungen aus der Blogozese

Peter Winkel­johann schreibt "Angulo Juans Blog". Er stu­diert katho­lische Theo­logie. In seinen Bei­trägen ver­ar­bei­tet er seine Er­­fah­­run­gen mit dem Ja­­kobs­­weg.
Aus Rom schreibt Bruder Lukas "Gotteslob". Das Blog gefällt mir aus­ge­sprochen gut, sowohl der Form als auch dem In­halt nach.

Austritte aus der Kirche erschrecken Bischöfe

Seit ein paar Tagen rauscht es im Blätterwald. Die Bischöfe sind alarmiert. Immer mehr Menschen erklären, keine Kirchensteuer mehr zahlen zu wollen. Nach der Auffassung der Bischöfe schließt das vom Empfang der Sakramente aus und heißt im Amtsdeutsch der Kirche: Kirchenaustritt. Was aber macht man mit denen, die sich bereits selbst aus freien Stücken vom Empfang der Sakramente ausgeschlossen haben?

Wenn neun von zehn Katholiken sonntags nicht mehr in die Messe gehen, dann ist die Frage berechtigt, was diese Menschen in der Kirche hält. Man muß sich wundern, warum manche der Kirche weiter ihre Steuer entrichten, obwohl sie sich schon lange innerlich abgewandt haben. Liegt es an dem bürokratischen Aufwand, ein Formular auszufüllen und bei einer staatlichen Stelle einzureichen? Ist es das gute Gefühl um Weihnachten, dem armen Kind auf dem Misereor-Plakat geholfen zu haben?

Müßten nicht eigentlich viel mehr Menschen, wenn sie sich ehrlich machen, aus der Kirche austreten? Mich wundert, daß überhaupt noch Kirchensteuer gezahlt wird, die deutschen Bischöfe wundern mich nicht.

"Politisch Unpolitisches" zu diesem Thema: Austrittswelle.

Dienstag, 22. September 2009

Die Blogozese hört nicht auf zu wachsen

Conservare ist "ein einfaches katholisches Weblog für die Evangelisation, für das Leben und die Kirche" und jetzt in meiner Leseliste. Herzlich Willkommen in der Blogozese!

Spekulationen zum Ende des großen Schismas

Der russisch-or­tho­doxe Erz­bisch­of Hilari­on Alfeyev be­such­te Papst Benedikt XVI. am 18. Sep­tem­ber. An­ge­sichts des Treffens spe­ku­liert die römische Nach­rich­ten­agen­tur Zenit auf schnelle Schritte zur Über­win­dung des "großen Schismas": "Das Ende der Spal­tung kann schneller und un­er­war­te­ter kommen, als viele glauben", schreibt Zenit.

Sister Act - eine himmlische Karriere

Gestern Abend schaltete ich im Fernsehen über Sister Act, die Geschichte einer schwarzen Sängerin, die als Zeugin eines Mordes zum Schutz in einem Kloster untergebracht wird. Dort belebt sie - gegen den Widerstand der strengen Mutter Oberin - den angestaubten Nonnenchor mit unterhaltsamen Gospel Einlagen. Der Chor des Klosters hat Erfolg. Er darf auch vor dem Heiligen Vater auftreten, der gerade zu Besuch in San Francisco ist: Der Chor vor dem Altar, der Heilige Vater auf der Empore und junge Leute, die sich fröhlich in den Bänken wiegen.

Es gab eine Zeit - zwischen meiner Kommunion und meiner Firmung -, da habe auch ich mit dem Gedanken geliebäugelt, der Gottesdienst könne von etwas mehr guter Unterhaltung profitieren. Es würden mehr kommen und sie wären lieber da, vor allem die Jüngeren, so wie ich. Nur, damals kam ich nicht zur Messe, um Gott in einem Ereignis kosmischen Ausmaßes zu begegnen. Das auch nur zu denken, wäre mir befremdlich gewesen. Daß die Feier der Messe eine innere Haltung erfordert, die nachgerade nicht auf Unterhaltung angelegt ist, habe ich erst Jahre später erkennen dürfen.

Montag, 21. September 2009

Gläubige ob der fehlenden Nachfolge enttäuscht

Pastoralreferent Matthias Fuchs verläßt seine Seel­sor­ge­ein­heit. in der Erzdiözese Freiburg. Einen Nach­folger gibt es nicht. Die Heil­bronner Stimme berichtet: Nach einer stimmungs­vollen Abschieds­feier, "die er in Form einer Predigt bei der abendlichen Eucharistie­feier maßgeblich mit­gestaltet hat", erklärt Fuchs, daß viele Gemeinde­mit­glie­der ob der fehlenden Nach­folge ent­täuscht und auch wütend seien. "Obwohl es eigent­lich der Part des Pfarrers ist, die Predigt beim Gottes­dienst zu halten, hat Fuchs diese Aufgabe bei seinem Abschied selbst über­nommen." Der "Geistliche" nutzte die Stunde, "um Visionen zu entwerfen, wie eine moderne Kirche aussehen könnte". Am Ende des Gottes­dienstes verabschiedete Dekan Knobelspieß den Pastoral­referen­ten.